An die BSA bin ich eher zufällig geraten. Eigentlich war ich gar nicht auf der Suche nach einem neuen Projekt, wie das halt immer so ist. Ich hatte schon angefangen eine BMW 75/5 zu bauen. Dieses BMW Projekt zieht sich doch länger als gedacht, aber dazu irgendwann mal mehr Infos. 

Zurück zum Thema. Also ich bekam einen Anruf vom Felix der meinte, das in Stuttgart grade einer eine BSA A10 für einen guten Preis verkauft. Da ich den Motor der A10 schon immer schön fand, sind wir 2 Tage später zur Besichtigung gefahren. Also doch nicht so zufällig. Das Motorrad stand genau so da, wie es der Preis vermuten ließ. Nicht angesprungen, kein Funke da, aber immerhin alle Papiere vorhanden und sonst auch komplett. Wir haben sie dann natürlich mitgenommen. Die Hoffnung (oder Illusion), das es sich nur um Kleinigkeiten handelte, bis der Motor wieder lief, war unsere allgemeine Grundstimmung. 

Tja, Pustekuchen.  Die Zündspule musste erstmal neu gespult werden, um überhaupt sehen zu können, ob denn ein Funke da ist.

Nach 3 Wochen konnten wir dann endlich den ersten Zündtest machen. In der Zwischenzeit hatten wir festgestellt, dass die Zylinder keine Kompression hatten. Eben, Kleinigkeiten. Zylinder honen und neu bestücken.

Der Motor war auf, also gönnte ich mir gleich noch ein BeltDrive System und die Bob Newby Kupplung. Wenn schon, denn schon.

Lichtmaschine wurde auch auf 12V umgerüstet damit wir ein LED Rücklicht, welches in einer Fahrradlampe verbaut ist, anbringen konnten.

Als Tank hatte ich lange einen BSA Victor drauf gehabt und war auch soweit zufrieden. Bis mir der gelbe Husqvarna unter die Augen kam. Den musste ich haben, da führte kein Weg dran vorbei. Ein Tank und Rahmen die nicht zusammenpassen sind schon Arbeit genug. Das aufwändigste war es jedoch, eine demontierbare Halterung zu bauen, die man nicht sieht und auch nirgends geschweißt werden muss. 

Als nächstes flog mir eine Triumph Halbnabe für das Vorderrad zu. Da ich eh auf 21 Zoll und TLS-Bremse umbauen wollte war die Nabe sehr willkommen. Leider passte diese auch nicht so einfach in die Gabel. Ich musste die etwas abdrehen, Buchsen anfertigen und die TLS dann auch für die Nabe anpassen. War etwas mehr Aufwand aber hat sich gelohnt.

Die hintere Felge hab ich so gelassen und nur eine Gfk-Disc von einem Sandbahnrenner verbaut.

Das freischwebende Kennzeichen wurde, nach dem die neuen Reifen drauf waren, mit vorhanden Halterungen an der Schwinge verbunden.

Genauso wurden noch Bleche und Halterungen für den „Simson Spatz“ Hauptscheinwerfer, den Single Sitz, die kleine Sissibar und das Schutzblech (welches extra für die BSA angefertigt worden ist) gebaut. Der Batteriekasten wurde aus Aluminium gebogen und verschweißt. Die steht unter dem Sitz etwas versteckt.

Ich wollte die BSA nicht hochglänzend da stehen haben sondern als hätte man diese damals schon so fahren können. Sie macht echt Spaß. Danke des kleinen Tanks kommt aber nicht weit. Keine wirkliche Reisemaschine für lange Strecken. Zudem ist sie als Engländer eh etwas inkontinent und man hinterlässt überall wo man steht einen kleinen Ölfleck als Andenken.

Aber an einem 60 Jahre alten Motorrad darf es auch etwas tropfen und stinken. Es darf auch scheppern und laut sein – das is so und muss so.