Die einen shoppen Socken, Sneaker oder Platten – Enrico shoppt öfter Mal Motorräder. Gerne auch mal mehr, als eigentlich Platz haben in der kleinen Einfahrt. Und auch eigentlich oft mehr Metallschrott als Zweiräder. Genug dumme Sprüche darf er sich dafür auf jeden Fall anhören. Aber das ist eine andere Geschichte. Zurück zur XT. Die war alles andere als ein Sammlerobjekt. Eigentlich ein Haufen Rost und Dreck. Aber sie sprang an und war günstig.

So sah eben jener roter Haufen mal aus. Der eigentliche Plan war überhaupt keine Arbeit reinzustecken. Lediglich ein bisschen sauber machen, vielleicht. In erster Linie sollte die Verkleidung an Vicky von vaim.me weitergegeben werden, um sich mit der Lackierung auszutoben. Das Motorrad sollte, neben den anderen Loose Screw Kisten, auf der Stuttgartnacht bei Root Longboards ausgestellt werden. Ein Eyecatcher sozusagen beim Tag der offenen Werkstatt.

Was jedoch nicht geplant war, waren die Irrungen und Wirrungen, die in Enricos Kopf dann entstanden sind. Kurz auf die Uhr geschaut und losgelegt. Schließlich waren bloß knapp 8 Wochen Zeit, um das Teil wieder schick zu machen. Die XT war schon zerlegt in ihre Einzelteile – eigentlich nur fürs Lackieren. Plötzlich waren es aber nicht nur die Einzelteile, sondern der Motor war auch auf. Ein leichtes klackern der Ventile gab hierzu die Veranlassung.

Das Resultat war dann ein Komplettüberholung des Motors. Dichtungen, Lager, alles dabei. Der Motor möchte mit Sprit gefüttert werden, also wurde der Vergaser auch komplett überholt. Gefolgt von allen weiteren technischen Anbauteilen, Züge, Elektrik und was man sonst eben so an Teilen an so einem Motorrad finden kann.

Der Rahmen mit seinen gelben Sprenklern gab den Grundton für die Lackierung. Deshalb musste die Patina bleiben und wurde mit Klarlack für die Ewigkeit gesichert. Alle anderen Anbauteile wurde Sandgestrahlt und frisch gepulvert, entweder in matt oder Glanz. Ganz salopp eine Komplettrestauration. In nicht ganz 6 Wochen. Abends, nach der Arbeit. Wie sollte es auch anders sein?!

Während dieser Zeit entstand die Lackierung örtlich getrennt von der Basis. Motorrad und lackierte Teile sahen sich erst wieder, als alles fertig war. Und was soll man sagen, vaim.me hat uns mit den Farben aus den Socken gehauen. Eine wahnsinnige Arbeit bis in die letzte Ecke. Wer die XT sieht, sollte unbedingt einen Blick beispielsweise unter das Schutzblech werfen und sich von diesem Wahnsinn überzeugen.

Nachdem alles beisammen war, musste noch eine Sitzbank her. Das i-Tüpfelchen auf dem 80’s Trash Bike. Feinstens angefertigt von SAM in München. Als zweites i-Tüpfelchen gab es einen gravierten Öl Deckel von Carsten Estermann. Und so steht sie nun da. Schaut mit ihren grellen Farben aus dem glubschigen PIAA Scheinwerfer und wartet für den TÜV fertiggemacht zu werden.

alle Fotos von Alexander Dietrich | Text Felix Druschel